Sonntag, September 17, 2006

Oktoberfest / Clubs

Also über die deutsche Community kann ich jetzt gar nichts lästerliches sagen. Ganz ehrlich. Deswegen lasse ich es auch schweren Herzens. Oktoberfest, liebe Fee, wurde übrigens nicht gefeiert.

Oktoberfest wurde aber in einer verrauchten Billiardbar in Charlotte gefeiert. Zumindest machte plötzlich die Kellnerin mit kleinen Plastikbechern und 0,1 cl Portionen angeblich original bayerischen Oktoberfestbieres die Runde und pries den Anfang der Wiesn. 0,1 cl. Mit so etwas macht man keine Witze.

Ach und endlich habe ich das Herz des Carlotter Nachtlebens kennen gelernt. Unsere quasi einheimische Führerin schleppte uns in den angesagtesten Club der Stadt und das war wiedermal... interessant. Wenn man den 25 entwachsen ist, geht man hier nicht mehr in Clubs, sondern in Bars. Wir standen und sassen also zwischen schwer vor-, haupt- und nachpupertierenden Kids, die unheimlich unter Druck standen, daß genauo diese Nacht die Nacht ihres Lebens würde. Die Mädchen, so wurde es mir beschrieben und so sah ich es auch, begaben sich dabei in eine Art Duldungsstarre und warteten reichlich kichernd darauf von irgendwelchen Typen angefummelt zu werden, deren einzige offensichtliche Qualität darin bestand, daß ihr Promillegehalt genauso hoch war wie der eigene. Ich will das gar nicht moralisieren, aber es wirkt einfach fürchterlich traurig.

Natürlich waren wir selber nicht traurig, sondern genossen die Nacht auf einer offenen Terrasse über dem Zentrum von Charlotte und machten erniedrigende Fotos vom Geschehen.

Tagsüber waren wir noch ein wenig im Nord-Westen von Charlotte an einem See. Und wir konnten feststellen, daß die Häuser plötzlich ganz hübsch werden können, wenn man nur weit genug von der Stadt weg ist. Zwischendurch gab es ein wenig richtige Südstattenidylle.

Weniger Idylle aber schwer beeindruckend sind die riesigen Supermärkte auf dem Land. Wir bösen Europäer haben sie natürlich sofort ein wenig als Auslöser, Symbol und Gleichnis für die amerikanische Seele (und Außenpolitik!) gesehen. Wer im Umfeld eines solchen Supermarktes aufwächst und eine funktionierende Kreditkarte sein eigen nennt, kann eigentlich per se kein guter Mensch mehr werden.

1 Kommentar:

Shirley Scott hat gesagt…

Tolle Infos, vielen Dank für das Posting. Ich reise auch gerne viel um die Welt. Das letzte Mal habe ich den Norden mit Hilfe dieser Jungs https://poseidonexpeditions.com/arctic/franz-josef-land-arctic-for-explorers/ besucht. Ich kann es sicher empfehlen.