Mittwoch, April 14, 2010

Rio 4

Stadtteilwechsel. Von Ipanema und der Copacabana ins Zentrum. Und wieder eine neue Welt. Geschäftswelt total.

Und erneut spiegelt sich Downtown New York. Wolkenkratzer und hastende Massen prägen das Bild. Statt hotdogs werden Maiskolben angeboten. Der große Unterschied zu New York: eine noch größere Nähe von Armut und Mittelstand; der allpräsente Versuch noch ein wenigstens kleines Stück vom Kuchen abzubekommen.

Und dann zwischen den Wolkenkratzern wie Aliens uralte Gebäude, die noch von der portugiesischen Herrschaft zeugen. Ich sitze im Hof eines toskanisch anmutenden Schlosses, des damaligen Herrschaftsitzes und versuche mir Geschichten von damals vor Augen zu führen: Der vor Napoleon nach Rio flüchtende portugiesische Kronprinz (im Schlepptau ein Hofstaat von 15.000 Personen! - kann das stimmen?!) weigerte sich nach Waterloo schlicht wieder zurück zu kehren. Als seine Mutter dann starb, er König wurde und der Druck in Lisabon zu regieren sicher noch größer wurde, drehte er die Regeln kurzerhand um und erklärte Rio zur Hauptstadt des Vereinigten portugiesischen Königsreichs. Wundervoll! Unter Führung seines Sohnes und gegenüber dem dann schon schwachen Portugal ging Brasilien dann später in die Unabhängigkeit.

Ich muss aufhören. Ich höre Hufgetrappel und das Knirschen von Eisenreifen auf dem steinernen Pflaster...

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